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Archiv für August, 2012

Auf einen Klick: schön

11. August 2012 Keine Kommentare

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Na schön: Alles dreht sich darum, was gefällt. Um Frauen, leicht bekleidet unter der Sonne auf Strandliegen, beispielsweise, fotografiert von Albert Watson – oder? Um glamourös erscheinende Damen in Pelzmänteln – das wagte George Hoyningen-Huene noch in den 20er Jahren. Ein zu seiner Zeit als prophetisch bezeichneter Man Ray hingegen stellte einen nackten Frauenrücken als Violinkörper mit Violinschlüssel dar, Clifford Coffin setzte Frauen in Badeanzüge von hinten ins Bild und Erwin Blumenfeld konzentrierte sich u.a. auf schöne Frauen-Silhouetten. Oder die Frau in einem von Tim Walkers durchkomponierten Kunstbildern: auf der Treppe im Abrisshaus, mit meterlangem blauen Schleier, der bis an den Boden reicht; was verkörpert sie, wenn nicht Ästhetik? Modefotografen wollen Augenblicke festhalten, die einen immer wieder in ihren Bann ziehen. Sie „verkaufen“ den Blick auf etwas Besonderes. Letztlich geht es auch darum, Mode so darzustellen, dass man sie kaufen will. So einfach wäre das Prinzip, von dem auch der Versandhandel lebt. Die aktuelle Ausstellung „Zeitlos schön – 100 Jahre Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino“ im Berliner C/O zeigt die Meilensteine in der Entwicklung der Fotokunst. Man sieht: Ob im Vintage-Stil, in Schwarz-Weiß oder bunt – immer wieder schaffen es Künstler, ihre Modells in Eleganz und Ästhetik zu tauchen. Nackte Haut ist dabei wichtiges Ingredient. Man denke nur an Herb Ritts´ Fotos nackter Schönheiten. Genauso interessant ist, in welchem Raum und in welchem Licht Körper und Mode dargestellt werden: in natürlich wirkenden Szenen oder aufwendig kreierten Szenarios. Frühere Ästhetik- Garanten vor der Kameralinse waren Diven wie Greta Garbo, Marlene Dietrich oder Marylin Monroe – ob im Abendkleid oder leger ins Bettlaken geschlungen. Unbestritten populärste Models der letzten Jahre sind Mode-Ikonen Naomi Campbell, Cindy Crawford, Sharon Stone oder Madonna. Und wer modelt im Juni 2012 fürs Vogue-Titelbild? Die US-Olympiken Hope Solo und Serena Williams. Sie sind eben – richtig belichtet – auch sehr fotogen.